WOHNHÄUSER BAHNHOFSTRASSE
2023
Willisau
Wettbewerb (4. Rang)
Auftraggeber: Jasp AG und Matra Holz AG
Landschaftsarchitekt: Schneider Schmid Landschaftsarchitektur
Bilder: Fillippo Bolognese Images
Situation / ortsbauliches Konzept
Der Projektperimeter befindet sich innerhalb der Baugruppe Bahnhofstrasse & Vorstadt des Bauinventars und des ISOS Gebietes Nr. 3.1. (Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz). Umliegend des Wettbewerbsperimeters befinden sich verschiedene erhaltenswerte und schützenswerte Objekte.
Eine wesentliche Projektidee ist der respektvolle Umgang mit den qualitätsvollen Bestandesbauten entlang der Bahnhofstrasse. Ein wichtiger Bestandteil der Gebäudetypologie entlang der Bahnhofstrasse von Willisau sind dabei die Durchlässigkeit und die respektvollen Abstände zwischen den einzelnen Baukörpern. Die Punktbauweise ist prägend für die bestehende Siedungsstruktur, diese wird mit den präzis gesetzten, eigenständigen Neubauten beibehalten.
Die beiden Neubauten ordnen sich bezüglich Massstäblichkeit und Volumetrie überzeugend in den städtebaulichen Kontext ein. Der prägende Charakter und die Eigenständigkeit der Bestandesbauten entlang der Bahnhofstrasse werden dabei auf die Neubauten adaptiert. Diese treten differenziert mit einer einheitlichen, starken Identität in Erscheinung.
Die feingliedrige Fassadenkonstruktion und die Adaption eines traditionellen Mansardendaches übernehmen die Formensprache der Bestandesbauten.
Aussenraumkonzept
Die Aussenräume spielen im Kontext des Wettbewerbsperimeters eine wichtige Rolle. Durch die präzise Volumensetzung der Neubauten werden die Aussenräume klar definiert, es entstehen gefasste und gut nutzbare Gartenräume.
Der halbprivate Charakter der Vorgärten entlang der Bahnhofstrasse wird durch die ortstypischen Gartenmauern verstärkt. Die Erschliessung der Neubauten erfolgt ab der Bahnhofstrasse. Der zentrale Zugang mit Adressierung gegen die Strasse ist ein charakteristisches und prägendes Gestaltungselement der Bauten entlang des bestehenden Strassenraumes.
Die Vorgartenstruktur entlang des Strassenraumes wird mit grosskronigen Hochstammbäumen und einer üppigen Begrünung gestärkt.
Nutzungskonzept
Alle Wohnungen sind auf einem Raster aufgebaut und können so flexibel eingeteilt, möbliert und ausgestattet werden. Die grosszügig konzipierten Loggias innerhalb des Gebäudevolumens bieten einen maximalen Schutz der Privatsphäre und ermöglichen eine gute Belichtung der Wohnungen mit Ausrichtung zum Grünraum.
Die Attikageschosse werden als einfaches, zurückversetztes Volumen ausgestaltet. Durch die Zurückversetzung entsteht für die Maisonette-Attikawohnungen ein attraktiver privater Aussenbereich. Durch die Bepflanzung des Dachgartens mit unterschiedlichen Kletterpflanzen wird die grosszügige Terrassenfläche natürlich beschattet.
Konstruktions- / Materialkonzept
Die beiden Neubauten werden in Massivbauweise mit einem Zweischalenmauerwerk geplant. Die Nutzungen sind um einen Kern mit Treppenhaus und Lift organisiert.
Die geplante Klinkersteinfassade wird mit einem Schlämmputz veredelt. Die additive Fassadenstruktur ergibt ein einheitliches und prägendes Gesamtbild. Die rohen Materialien werden sichtbar und effizient eingesetzt und unterstreichen die Selbstverständlichkeit der beiden Baukörper. Die feingliedrige Fassadenstruktur erzeugt eine sinnliche und haptische Ausstrahlung und fügt sich in die gebaute Umgebung ein.
Mit der gemeinsamen Wärmeerzeugung mittels Grundwasser-Wärmepumpe und der geplanten Photovoltaikanlage wird eine effiziente und umweltfreundliche Energieerzeugung gewährleistet.
Die Ausführung in Massivbauweise ermöglicht eine äusserst kosteneffiziente Umsetzung der Brandschutzvorschriften. Die erforderlichen Brandschutzabstände werden ohne weitere Massnahmen eingehalten.