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10.12.2024

Berlin Rathaus der Zukunft

BERLIN RATHAUS DER ZUKUNFT 
2023 
Wettbewerb im offenen Verfahren 
Auftragsgeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen 
Landschaftsarchitektur: Land Schafft GmbH 
Holzbauingenieur: holzprojekt AG

Leitidee 
Das ikonische, sich nach oben verjüngende Rathaus fügt sich harmonisch in Berlins Stadtbild ein. Der zentrale Lichthof verbindet Öffentlichkeit und Nutzende, schafft ein lebendiges Zentrum der Begegnung.

Städtebauliches Konzept 
Das städtebauliche Konzept folgt einem stringenten und kraftvollen volumetrischen Ansatz: Das rechteckige Gebäude in Form einer stumpfen Pyramide integriert sich nahtlos in die urbane Struktur Berlins und hebt sich gleichzeitig als markantes Wahrzeichen in der Skyline ab. Diese geometrische Klarheit schafft visuelle und räumliche Verbindungen, die den Übergang zwischen städtischen und quartierbezogenen Räumen harmonisch gestalten. Die räumliche Nähe zum Alexanderplatz verstärkt die städtebauliche Bedeutung des Gebäudes. Besonders das „Stadtfenster“ an der Ostseite öffnet eine fliessende Verbindung zum angrenzenden Wohnquartier und hebt symbolisch die Grenzen zwischen Rathaus und urbanem Leben auf. Die klare, prägnante Geometrie formt grosszügige Platzflächen im Norden und Süden, die als lebendige Begegnungszonen fungieren und die Interaktion zwischen Rathaus, öffentlichem Raum und Quartier fördern.

Architektonisches Konzept 
Eine vierteilige Gliederung in Sockel, Vordach, Hauptteil und Abschluss bildet die Grundlage der architektonischen Gestaltung. Diese Elemente schaffen eine feine Abstimmung mit der umgebenden städtischen Struktur und verleihen dem Gebäude eine klare und harmonische Einbindung. Die Fassade kombiniert offene und geschlossene Flächen, wodurch Transparenz und Offenheit vermittelt werden. Ein umlaufendes Vordach strukturiert die öffentlichen Nutzungen und verstärkt die Spannung in der Volumetrie des Gebäudes. Unterstützt durch Photovoltaikpaneele entstehen dynamische Licht- und Schattenspiele an den Fassaden, die dem Bau nicht nur eine energieeffiziente, sondern auch eine visuell ansprechende Erscheinung verleihen. Das neue Rathaus steht sinnbildlich für gelebte Demokratie und Bürgernähe und fungiert als lebendiger Treffpunkt für Verwaltung und Gemeinschaft.

Nutzungskonzept 
Das Nutzungskonzept folgt der Idee einer modularen Grundstruktur mit einem Erschliessungskerns. Im Herzen des Gebäudes befindet sich ein grossformatiges, über alle Stockwerke reichendes Atrium, das die Ebenen miteinander verbindet und als zentrale Begegnungszone dient. Diese offene Raumstruktur fördert eine einfache Orientierung und bietet Raum für die Interaktion zwischen den öffentlichen und verwaltungsbezogenen Bereichen. Die öffentlichen Nutzungen sind im Erdgeschoss und den unteren Geschossen angesiedelt und schaffen eine lebendige Schnittstelle zwischen dem Rathaus, den öffentlichen Plätzen und dem angrenzenden Stadtquartier. Geschwungene Treppen in den öffentlichen Bereichen fördern den Austausch und verbinden die verschiedenen Ebenen fliessend miteinander. Die Büronutzungen in den oberen Geschossen passen sich der abnehmenden Grundrissgrösse an, was flexibel nutzbare Büroflächen ermöglicht. Eine öffentlich zugängliche Dachterrasse mit 360-Grad-Blick bietet nicht nur Raum für multifunktionale Nutzungen, sondern auch eine klimafördernde Begrünung, die das gesamte Gebäude belebt. Die modulare Struktur des Gebäudes gewährleistet Flexibilität und lässt Raum für zukünftige Anpassungen an sich verändernde Anforderungen.

Tragwerkskonzept, Materialisierung & Nachhaltigkeit 
Das Tragwerkskonzept des Rathauses basiert auf einer klar strukturierten Form mit einem zentralen Erschliessungskern. Die vertikalen Erschliessungszonen sind effizient an den Ecken des Kerns platziert, was kurze Wege und eine optimale Leitungsführung ermöglicht. Die Holzkonstruktion ist auf wenige statisch beanspruchte Elemente reduziert und sorgt für eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Bauweise. Das regelmässige Raster des Gebäudes garantiert einen effizienten Lastabtrag und unterstützt die klare Gliederung der Räume. Die Fassade integriert Photovoltaikelemente, die nicht nur zur Energiegewinnung beitragen, sondern auch als Sommerbeschattung und zur passiven Beheizung im Winter dienen. Bauteilaktivierung wird zur effizienten Kühlung und Heizung eingesetzt, was die Energieeffizienz weiter steigert.

Freiraumkonzept 
Das Freiraumkonzept schafft funktionale und gestalterische Verbindungen zwischen den verschiedenen Bereichen des Rathauses und der umliegenden Stadt. Zwei markante Eingänge, eingerahmt durch einen umlaufenden Betonbelag, führen in das Gebäude. Ein grosszügiger Platz im Süden, belebt durch eine Buvette und einen Laubbaum, dient als öffentlicher Raum für vielseitige Nutzungen. Entlang der Otto-Braun-Strasse ergänzt eine Baumreihe aus Platanen die bestehende städtische Begrünung und schafft eine Verbindung zur Umgebung. Parallel zur Strasse entstehen Aktivitätsbänder, die sowohl sportliche Aktivitäten fördern als auch als Treffpunkte für die Stadtbevölkerung dienen. Stadtgärten und Sitzbereiche im Osten laden zur informellen Nutzung ein, während die Zufahrt zur Tiefgarage geschickt in die neue Erschliessungsstrasse integriert ist. Das Freiraumkonzept schafft nicht nur eine ästhetische und funktionale Verbindung zwischen den Gebäuden und den Freiräumen, sondern fördert auch ökologische Nachhaltigkeit und eine hohe Aufenthaltsqualität.